Der Lötschberg-Basistunnel ist ein 34,6 km langer Eisenbahntunnel, der zwischen Frutigen im Berner Oberland (Kanton Bern, Schweiz) und Raron (Kanton Wallis, Schweiz) am Lötschberg die nördliche Alpenkette unterquert und am 16. Juni 2007 in Betrieb genommen wurde.
Oberste Priorität beim neuen Lötschbergtunnel hat die Sicherheit. Dementsprechend ist die Bahntechnik mit modernster Automatisierung realisiert. Dies gilt auch für die Energieversorgung der gesamten. Tunnelanlage. Optische Feldbustechnik von Hirschmann sorgt für die störungsfreie Echtzeit-Übertragung der sicherheitsrelevanten Steuerungsignale zwischen den im Tunnel verteilten Hochspannungsanlagen.
Besondere Bedeutung für den Anlagen- und Personenschutz haben die Sicherungsvorkehrungen für die Hochspannungsanlagen im Tunnel. Deshalb sind die 132kV und 15kV Bahnnetze in mehrere Segmente mit Trennern, Leistungs- und Lastschaltern aufgeteilt. Die Kurzschlussstrombelastbarkeit des 15kV Oberleitungskettenwerks beträgt 53.000 A, allerdings nur für maximal 100ms.
Die Abschaltmaßnahmen sind so ausgelegt, dass sie nach 50ms gegriffen haben. Die Schnellabschaltung des Mittelspannungsnetzes ist wegen der hohen Erdschlussströme und der dadurch entstehenden Schrittspannungen auch fundamental für den Personenschutz. Wegen der schon im Normalbetrieb auftretenden hohen Ströme erfolgt die Datenübertragung in den Fundamenten der Tunnelröhren mit EMV-unempfindlichen Lichtwellenleitern. Insgesamt sind 355 km LWL-Kabel mit bis zu 144 Fasern verlegt.
Die Areva Distanzschutzgeräte tauschen über diese Fasern und Hirschmann LWL-Repeater sicherheitsrelevante Daten aus.
Bildquelle: Adrian Michael (Wikipedia)